Wir machen alle Social Media

Interview mit Dozent Warren Laine-Naida

Warren hat unsere (CBM) erste E-Commerce-Klasse unterrichtet und ist seit langen Jahren Online-Marketing und Social Media Experte.

Als Dozent, Berater und Netzwerker bringt er Online-Marketing sogar den Menschen bei, die am weitesten von der digitalen Technik weg sind: den Senioren. Eine zielgruppengerechte Ansprache ist dabei unabdingbar. Sein Know-how und seinen Erfahrungsschatz gibt er bei cbm an Teilnehmende weiter.
Warren hat Marketing studiert, damals aber noch gänzlich „offline“. Als er in den 1980ern in Japan gearbeitet hat, wurde gerade erst das Fax-Marketing als richtungsweisende Neuheit präsentiert und das mobile Faxgerät erregte große Aufmerksamkeit.

Ein Marketing-Süppchen kochen

Damals hat er in der Gastronomie gejobbt, wie die meisten seiner Studienfreunde. Bei seiner Arbeit als Koch hat er alles gelernt, was man braucht, um ein kleines Restaurant am Leben zu erhalten. Unabdingbar dafür ist leckeres Essen in guter Atmosphäre, doch auch das Servieren, die Buchhaltung, sowie natürlich auch das Marketing sind essenzielle Bestandteile, ohne die es nicht funktioniert. Es lag auf der Hand, beide Bereiche zu kombinieren und Marketing für das Restaurant zu machen, in dem er jobbte. So finanzierte er sich sein Studium und verhalf diesem zu größerem Erfolg.
Ähnlich wie im Restaurant verhält es sich seiner Ansicht nach mit dem Bereich Online-Marketing: genau wie in der Gastronomie gibt es ein Produkt, also das gute Essen, welches man an den Menschen bringen will. Dafür muss es so serviert werden, dass das Auge „mitisst“ – ebenso verhält es sich bei einer Website. Eine Analyse, welchen Geschmack die eigene Zielgruppe hat, wann sie sich wohlfühlt und worauf sie reagiert, ist beim Appetitmachen für das Restaurant ebenso wichtig, wie bei der SEA und SEO-Tätigkeit.

Learning by Doing strukturieren

Seine erste und ihm zufolge wichtigste Aussage zum Online-Marketing: „Man muss alles, was man bisher kennt, über den Haufen schmeißen. Think outside the box und nicht in üblichen Marketingkategorien.“ Online Marketing in Form von Social Media betreiben heute alle: indem die meisten Menschen auf verschiedenen Kanälen aktiv sind, vermarktet sich jede/r mit seiner Lebensgeschichte, seinen Vorlieben und Interessen selbst. So sind die Inhalte des Kurses für keine/n fremd, sondern setzen an der Lebenswelt an. „Wir alle nutzen diese Möglichkeiten heute, ohne jemals einen Umgang damit im schulischen Sinne gelernt zu haben“, erklärt Warren. „Die meisten nutzen die Werkzeuge jedoch, ohne zu verstehen, was man damit eigentlich alles machen kann.“

Er vergleicht es damit, eine Sprache zu lernen: wenn man im Ausland ist und einfach drauflosquatschen muss, ohne vorab Grammatik und einen Wortstamm aus Vokabeln aufgebaut zu haben: „Das klappt zwar, aber hat Grenzen. Besucht man dann einen Kurs, ist man erstaunt, welche Strukturen und Regeln es gibt und wie man sie für sich nutzen kann.“ Auch hier spricht er aus Erfahrung, denn seine Muttersprache ist Englisch.

Spezialisieren und Ziele setzen

Deshalb rät er, sich ruhig ein halbes Jahr Zeit für den Kurs im E-Commerce zu nehmen, um einen Überblick zu bekommen und sich auf diesem Wege genau in dem Bereich zu spezialisieren, der zu einem passt und an dem man Freude hat. Da der Kurs in Teilzeit stattfindet, kann schon währenddessen viel praktisch ausprobiert und erste Aufträge umgesetzt werden. Der Aufbau eines guten Netzwerkes ist dafür unabdingbar, auch dabei steht er Teilnehmenden zur Seite. Der Kurs beinhaltet außerdem ein Bewerbungstraining sowie betriebswirtschaftliche Grundlagen, ohne die es nicht geht, denn Marketing hat auch immer ein gewisses Budget.
Der letzte Durchgang fand gerade zu Beginn der Corona-Zeit statt und Warren war begeistert, dass Teilnehmende gleich den Unterricht über Zoom weiterführen konnten und der Sprung ins Digitale reibungslos geklappt hat.

Gute Aussichten in der digitalen Welt

Berufsperspektiven gibt es danach in vielfältiger Weise: von der Selbstständigkeit über Projektarbeit bis zu festen Beschäftigungsverhältnissen. Webshops müssen betreut und online beworben werden. Viele Unternehmen bauen ihren Online-Auftritt immer weiter aus. Dazu gehört es, Websites ansprechend zu gestalten, sich in die Kundensicht zu versetzen, um die Bedienung leicht und das Design ansprechend zu gestalten. Der Umgang mit Content Management Systemen, wie Word Press oder Joomla gehört ebenso dazu wie Gestaltungssoftware wie InDesign.

Nicht alles muss gleichzeitig gelernt werden, sondern der Kurs bietet die Möglichkeit, Einblick in alle Facetten des Online-Marketings zu bekommen. Davon zeugt auch die Bandbreit in der letzten Klasse: Die Altersspanne reichte von 22 bis 60 Jahren, quer durch alle Sprachen und Kulturen. Neben dem Interesse am Online-Marketing, bei dem alle gern einmal hinter die Kulissen schauen wollten, gab es Quereinsteigende aus anderen Berufen oder Marketingfachkräfte, die ihr Know-how mit Online-Kompetenz erweitern wollten. In Kürze erscheint Warrens Buch zum Thema Online-Marketing, in dem er seine Blogbeiträge aus den letzten 5 Jahren zusammengestellt hat. In seiner Freizeit geht er einer süßen Beschäftigung nach, für die wir ihn auch am liebsten engagieren würden: Er stellt Kunstwerke aus Schokolade her. Bis wir dafür das nötige Geld gespart haben, engagieren wir ihn wieder als Dozenten für unsere nächste E-Commerce-Klasse im Oktober.